Methodik

Methodisches Vorgehen: Modul Berichterstattungsqualität Die Berichterstattungsqualität wird durch eine Inhaltsanalyse der 43 ausgewählten Medientitel gemessen.

Zur Beurteilung der Berichterstattungsqualität werden die Gesamtausgaben der jeweiligen Medientitel für das Untersuchungsjahr 2015 untersucht. Aus der Gesamtberichterstattung der Medientitel im Untersuchungsjahr wird eine repräsentative Stichprobe von 18 365 Beiträgen gezogen, wobei jeder Beitrag von geschulten Codierern nach wissenschaftlichen Konventionen codiert wird (keine automatisierte Qualitätsbewertung).

Die vier Qualitätsdimensionen werden mit verschiedenen «Codes» operationalisiert: Die Qualitätsdimension der Relevanz wird mit den Indikatoren Beitragsrelevanz und Akteursrelevanz gemessen, die Einordnungsleistung mit den Indikatoren Themenorientierung und Interpretationsleistung und die Professionalität mit den Indikatoren Sachlichkeit, Quellentransparenz und Eigenleistung. Die Vielfalt der Medientitel wird anhand der Indikatoren inhaltliche und geografische Vielfalt bestimmt, die die statistischen Verteilungen der Codes über alle Beiträge hinweg erfassen.

Die Indikatoren werden zu Scores für die Qualitätsdimensionen verrechnet. Pro Medientitel wird ein Gesamtscore für die Qualität gebildet. Die Skala reicht von 0 (minimale Qualität) bis 10 (maximale Qualität).

Die Codierung der Medienqualität wird ihrerseits durch einen Qualitätssicherungsprozess begleitet, so dass eine transparente und intersubjektiv nachvollziehbare Qualitätsmessung gewährleistet ist.

Methodisches Vorgehen: Modul Qualitätswahrnehmung Die Qualitätswahrnehmung wird mittels zweier Online-Befragungen gemessen, mit deren Durchführung die GfK Switzerland beauftragt wurde. Repräsentativ ausgewählte 1 613 Personen aus der Deutschschweiz und der Suisse romande sowie 59 ausgewählte Medienexperten (aus Wirtschaft, Politik und Medien, von Agenturen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen) wurden befragt, wie sie die 43 Medientitel in Bezug auf Qualität und Vertrauen einschätzen. Der Erhebungszeitraum war Februar und März 2016 (Befragung des Publikums) bzw. Februar bis April 2016 (Befragung der Expertinnen und Experten).

Da man nur Dinge bewerten kann, die man auch kennt, geben die Teilnehmer zunächst an, welche der 43 Medientitel ihnen jeweils bekannt sind. Die Befragten geben anschliessend nur zu jenen Titeln Qualitätsurteile und Bewertungen ab, die sie gut kennen.

Die Qualität der Berichterstattung wird – deckungsgleich mit dem Modul Berichterstattungsqualität – anhand von vier Dimensionen operationalisiert. Zum Beispiel: Kennt ein Teilnehmer die Sendung Echo der Zeit, kreuzt er auf einer fünfstelligen Skala an, wie schwach oder stark er einzelnen Aussagen zustimmt, darunter: «Echo der Zeit stellt gesellschaftlich bedeutende Themen ins Zentrum der Berichterstattung » (Relevanz), «...berichtet über viele unterschiedliche Themen» (Vielfalt), «...ordnet Ereignisse in grössere Zusammenhänge ein» (Einordnungsleistung) und «...trennt klar zwischen Nachrichten und Meinungen» (Professionalität). Auch werden die Teilnehmer gefragt, welche Eigenschaften ihnen für die Berichterstattung der einzelnen Medientitel wichtig sind. Damit wird erfasst, welche Erwartungen an die Medientitel gerichtet werden.

Auch wenn es sich um eine Onlinebefragung handelt, kann die Publikumsstichprobe als repräsentativ für die Deutschschweiz und die Suisse romande gelten, da mehr als 90% der Bevölkerung Onlinezugang haben.

Die Aussagekraft der durch die Medienexperten ermittelten Qualitätseinschätzung ist hingegen eingeschränkt, da die Stichprobe klein ist und keine Zufallsauswahl gewährleistet werden kann. Dennoch bietet die Expertenbefragung an einigen Stellen eine ergänzende Perspektive, anhand deren sich Besonderheiten trefflich diskutieren lassen.

Ergänzend zu den Resultaten aus der Inhaltsanalyse und den Befragungen wird bei der Bewertung der Berichterstattungsqualität der einzelnen Medientitel auch einfliessen, ob medienethische und medienrechtliche Instanzen zu einzelnen Medientiteln geurteilt haben (Schweizer Presserat, Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, Bundesgericht, Ombudsstellen der SRG SSR).

Eine ausführliche Darstellung zu den methodischen Vorgehensweisen findet sich im Anhang.